Energetische Isolierung von Industrieanlagen – wirtschaftlich und zugleich ein Beitrag zu nachhaltigem Klimaschutz

12.06.2019

  • Bilfinger deckt mit TIPCHECK-Verfahren Energieverluste an Rohrleitungen und Anlagenbauteilen auf
  • Energieeffiziente Isolierung senkt Betriebskosten und reduziert CO2-Ausstoss
  • Deutliche Reduzierung der Umweltbelastung im Industriesektor der Schweiz möglich

Gletscherschmelze, Wetterextreme, auch in der Schweiz sind die Folgen des Klimawandels zu spüren. Neben Privathaushalten und dem Verkehr trägt die Industrie in erheblichem Umfang zum CO2-Ausstoss bei – 2017 mit rund 23 Prozent. Anders als bei Wohnimmobilien ist in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend unbekannt, welchen Beitrag hier die energetische Isolierung in Industrieanlagen zu Energieffizienz und damit Klimaschutz leisten kann. Bilfinger bietet dazu Audits an, die das Potenzial ermitteln, setzt die Isoliermassnahmen um und belegt im Nachgang den Umfang der Einsparungen.

Das noch ungenutze Potenzial in der Industrie ist beachtlich. Eine Studie der European Industrial Insulation Foundation (EiiF) zeigt, dass das jährliche wirtschaftliche Einsparpotenzial industrieller Dämmungen in der Schweiz zirka fünf Petajoule (PJ) beträgt, sprich: 1’389 Gigawattstunden (GWh) oder auch 400’000 Tonnen CO2. Dies entspricht den CO2-Emissionen von 230’000 Mittelklassewagen mit einer Jahreslaufleistung von jeweils 12’500 Kilometern.  

Laut Umfrage zum Klimawandel des Vereins SRG aus dem Jahr 2017 nehmen 97 Prozent der Schweizer Bevölkerung die Auswirkungen des Klimawandels wahr. Vor allem in den Bergregionen werden Folgen wie Gletscherschwund, Bergstürze und Hochwasser befürchtet. Dies deckt sich mit den Ergebnissen einer Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zur Umsetzung der Umweltpolitik aus dem Jahr 2018, der zufolge die Schweiz als Alpenland besonders von den negativen Folgen des Klimawandels betroffen ist.

Auch wenn sich der Ausstoss von Treibhausgas in der Schweiz zwischen 1990 und 2016 um 20 Prozent verringert hat, macht sich der Klimawandel bemerkbar: Die mittlere Jahrestemperatur ist seit Messbeginn im Jahr 1864 um 2°C gestiegen und damit gut doppelt so stark wie im globalen Mittel. Obwohl der Industriesektor mit einer Reduktion der Emissionen um 18 Prozent gegenüber 1990 sein Zwischenziel erreichen konnte, gibt es noch weitere ungenutzte Einsparpotenziale.

Bereits im Jahr 2010 hat die EiiF ein europaweit standardisiertes Programm mit dem Namen TIPCHECK (Technical Insulation Performance Check) entwickelt. Damit können Anlagenbetreiber im Rahmen eines Energieaudits die Energieverluste im Betrieb aufdecken. Bilfinger setzt das TIPCHECK-Verfahren in Industrieunternehmen um und hilft ihnen, den Energieeinsatz effizient zu gestalten und Verluste durch Dämmung zu beheben. In der Schweiz ist Bilfinger einer der führenden Anbieter dieses Programms.

„Hot-Spots“ im Fokus

TIPCHECK ist nicht nur in der Lage, vorhandene Isolierungen auf Mängel und Beschädigungen zu prüfen. Im Fokus stehen vor allem auch sogenannte Hot-Spots, also nicht isolierte Bauteile wie Flansche, Armaturen oder Wandhalterungen. Dort geht Wärme verloren – und damit Energie. Bilfinger ermittelt diese Wärmeverluste mit Wärmebildkameras und Kontaktthermometern. Auf dieser Grundlage werden konkrete Massnahmen vorgeschlagen, die Isolierung zu verbessern. Das Programm beinhaltet eine Wirtschaftlichkeitsanalyse, so dass der Kunde eine Investitionsentscheidung trifft, bei der sich die Kosten schnell amortisieren, und das messbar und nachweislich.

„Ohne klare Kenntnis der Energieverluste an Rohrleitungen und Anlagenbauteilen werden nicht nur monetäre Ressourcen verschwendet, sondern es wird auch die Umwelt belastet. Das TIPCHECK-Verfahren trägt messbar zur Senkung des Energieverbrauchs bei und reduziert so den CO2-Austoss“, fasst Sven Ewert zusammen, technischer Niederlassungsleiter Isoliertechnik der Bilfinger Industrial Services Schweiz. „Das unterstützt die Zielsetzung des geltenden CO2-Gesetzes, wonach die Emissionen von Treibhausgas auf Schweizer Territorium im Jahr 2020 um 20 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen sollen – ein Vorhaben, das wir als Teil der Gesellschaft und Partner der Industrie mit aller Kraft unterstützen.“

 

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